Scherben des Ruhms 

Mai 1994, Köln

Samstag, später Abend: Gespannt starrten ihre hellbraunen Augen auf den Fernseher. Delphine Baker spürte ihr Herz so kräftig unter ihrer Brust schlagen, dass sie sich vor Nervosität kaum eine Sekunde ruhig halten konnte. In wenigen Minuten würde sie ihr Idol, Kyle Roberts, als Moderator der neuen Late Night Köln, live sehen. Zumindest glaubte sie daran, dass Late Night Shows auch genau zu dieser Sendezeit live übertragen wurden. Die Realität sah anders aus. Bereits nachmittags war die komplette Show im Kasten. Bis zum Abend wurden nur noch die notwendigsten Arbeiten für den Sender durchgeführt, sozusagen der Feinschliff.

 Die Siebzehnjährige startete gerade ihr drittes Lehrjahr als Einzelhandelskauffrau hier in Köln-Ehrenfeld bei einer Aldi Filiale. Schon als junger Teenager fand sie Kyle Roberts charmant und anziehend. Erst kürzlich begegnete sie ihm in ihrer Filiale und sie schenkte ihm als Kassiererin ein schneidiges Lächeln, von dem der attraktive Mann zwar Notiz nahm, aber es nicht erwiderte. Für Delphine spielte das keine entscheidende Rolle. Sie verehrte Roberts und obwohl der Mann vom Alter her ihr Vater sein könnte, bekam sie Frühlingsgefühle, als er plötzlich an der Kasse vor ihr stand. Ihrem Freund, dem ein Jahr älteren Christoph Kern, erzählte sie von diesen Umständen natürlich nichts. Sie mochte ihren Chris, gar keine Frage, aber die wahre Liebe fand sie bisher noch nicht bei ihm, obwohl er ihr in schwierigen Zeiten stets zur Seite stand. Mit Chris und ihrer besten Freundin Anna Marquardt, teilte sich Delphine das Wochenende. Für den heutigen Abend war Couching angesagt. Einfach bequem vor dem Fernseher abhängen und es sich zu fein hergerichteten Häppchen und alkoholischen Getränken gut gehen lassen.

„Hey Anna – wo bleiben die Hot Dogs? Ich verhungere“, brüllte Chris vom Wohnzimmer in die Küche.

„Eine Minute noch. Bin gleich fertig…“

„Du verpasst noch den lang ersehnten Anfang!“ Chris bezog sich mit diesem Wortlaut auf seine Freundin, denn Anna und er wollten eigentlich den Abend nutzen, um eine Diskothek im benachbarten Bezirk der Innenstadt zu besuchen, entgegen dem Willen von Delphine. Chris bemerkte den starren Blick seiner Flamme, ganz auf den Bildschirm fokussiert. Und er sah die Fernbedienung in ihrer Hand.

„Schatz – weißt du, was wirklich fies wäre?“, lenkte Chris kurz ihre Aufmerksamkeit von dem Fernseher ab. Es war bereits eine Minute vor 22:00 Uhr und der Abspann der vorausgehenden Sendung scrollte schon über den Screen.

„Nein, was denn?“, fragte Delphine fast geistesabwesend und strich sich eine ihrer dunklen Haarsträhnen aus dem Gesicht. Sie bekam keine Gelegenheit mehr zu reagieren, weil Chris ihr ungeachtet dessen, blitzschnell die Fernbedienung aus der Hand riss und auf einen anderen Kanal umschaltete. Doch er unterschätzte die Situation, die ihn ins besagte Fettnäpfchen treten ließ. Binnen kürzester Zeit war Delphine athletisch vom Sofa aufgesprungen und stand nun auf Angriff gefeilt vor seinem belustigten Antlitz.

„Verdammter Kerl – gib mir die Fernbedienung. Sofort!“

Weil Christoph Kern sie in der Hüpfburg seiner kuriosen Idee gefangen hielt und Delphine Baker keine Lust darauf hatte, sich seinem arglistigen Gespött preiszugeben, handelte die schlanke Frau ohne Rücksicht auf Verluste. Sie wollte unter keinen Umständen den für sie wichtigen Anfang der Show verpassen. Ein fest klatschender Ton schallte durch das Wohnzimmer, als ihr Arm eine drehende Bewegung vollendete. Chris, noch vollkommen überrascht und gelähmt von ihrem Wagemut, fiel die Fernbedienung aus der Hand. Seine Freundin bemächtigte sich dem winzigen Apparat. Schnell hatte sie wieder umgeschaltet, den gemütlichen Platz auf dem Sofa eingenommen, indem sie ihre langen Beine angewinkelt in ihre Handflächen zog.

„Entweder tust du mir jetzt den Gefallen und bleibst artig, oder du denkst in Zukunft nach, bevor du deine Hirngespinste zum Besten gibst“, knurrte Delphine ihn an.

Die Fernbedienung lag direkt vor ihren Füßen und sie dachte nicht mehr daran, dass ihr Freund es abermals versuchen würde, sie zu entwenden. Delphine behielt recht. Chris rieb sich die glühende Wange, die einen pochenden Schmerz verursachte. Als Anna mit den frisch zubereiteten Hot Dogs, auf einem Silbertablett serviert, aus der Küche schlurfte, entdeckte sie Chris, der sich sein eisgekühltes Bier an die Wange hielt.

„Was ist denn hier los?“, fragte sie neugierig. Der Teenager legte den Zeigefinger auf seine Lippen, um ihr zu zeigen, dass momentane Geräusche unerwünscht waren, die Freundin derzeit keine Störung duldete, weil nun die Übertragung der Late Night Show startete. Aber Anna war nicht von gestern, kannte sie ihre beste Freundin bereits über Jahre.

„Ach Chris, du Dummkopf. Hast du Del versucht zu ärgern? In bestimmten Situationen solltest du das besser nicht tun. Sie ist eine ganz Liebe, aber in gewissen Bereichen reizt man die Süße besser nicht. Brauchst du Eis?“

„Danke Anna – geht schon wieder“, und er nahm vorsichtig neben seiner Freundin Platz, die aber keine Anstalten machte, ihn erneut in Bedrängnis zu bringen. Sie beäugte ihn kurz aus dem Augenwinkel, schielte flüchtig zu seiner Hand und dann zur Fernbedienung. Doch Chris griff nun nach einem saftigen Hot Dog, anstatt seiner Freundin den Spaß an der Sendung weiterhin zu verderben.

„Hey Schatz, auch einen? Sind wirklich lecker…“

„Nein Danke, mein Hase. Um diese Zeit braucht mein Magen kein fettiges Zeug. In Kombination mit Alkohol eine echte Kalorienbombe… aber jetzt Ruhe – es fängt an… endlich!“

Chris nahm es seiner Delphine nicht übel, dass sie strikte Gebote einhielt, was die Ernährung anging. Ihre schlanke Figur war das Resultat daraus und es gefiel ihm, ohne dass er sie dafür in die Kategorie sonderbar abstempelte. Dann legten drei Augenpaare den Fokus auf den Bildschirm.

Lichter wirbelten wie ein Laserinferno in aller Farbenpracht. Die Strahlen reflektierten das neue Bühnenoutfit in gleißender Energie. Die Kamera schwenkte auf die neue Band, die folglich den Begrüßungssong in Perfektion zelebrierte. Im gleichen Augenblick wanderte der in rubinrot blinkende Schriftzug Late Night Köln über den Screen, begleitet von einer sonoren Männerstimme, die den Slogan wie aus dem Hut zauberte und den Moderator ankündigte: „Ladies und Gentlemen – hier ist der Gastgeber – Kyle Roberts“, und die Kamera fand das Bildnis des im Smoking gekleideten Mannes, dessen Erscheinung nun in voller Pracht dem stark applaudierenden Publikum dargeboten wurde. Und Delphine Baker nagte mit den Zahnreihen an der Unterlippe, während feinste Grübchen um den Mund einen Anflug eines Lächelns auf ihren erröteten Wangen verbargen.

Delphine schien auf einer Wolke zu schweben, so sehr hatte sie der attraktive Mann gebannt. Die Art und Weise, wie charmant er dem Publikum seinen Beifall quittierte, überzeugte die junge Frau genauso wie sein seriös gepflegtes Erscheinungsbild.

Verdammt, ist der heiß. Hoffentlich packst du deinen Einstieg, Kyle“, drückte ihm Delphine Baker sinnierend die Daumen. Nach dem Begrüßungsgewitter und der anschließenden Danksagung widmete sich Kyle Roberts zunächst dem Frontmann der neuen live Band. Kyle hatte tief Luft geholt und befand, dass er mit seiner nächsten Wortwahl, unter den gegebenen Umständen, mit einer Prise Humor, der Show am besten gedient war:

„Hallo Dirk, Auftakt geglückt, würde ich sagen… privat auch alles gut bei dir…?“

„Bestens Kyle, aber bei dir wohl auch? Ich habe gehört, deine Frau ist wieder schwanger…“

„…ja, warte nur ab, bis ich die Drecksau erwische, die das getan hat…“

Die Pointe hatte gesessen und zeigte sofort Wirkung. Das Publikum lachte beherzt und schickte Roberts mit einem tosenden Beifall in die nächste Runde. Zum ersten Mal riss es auch Delphine aus dem Sofa, die es Anna und Chris gleichtat, indem sie sich vor Lachen krümmte. Aber innerlich dankte sie einer höheren Macht, dass Kyle damit die Menge für sich gewonnen hatte, jedenfalls das hauseigene Publikum mit Lachtränen regelrecht überflutete. Als der dunkelhaarige Mann mit den himmelblauen Augen eine Fernbedienung aus seiner Smoking Weste hervorholte und anfing über die Bedeutung einer Solchen zu philosophieren, dürfte das der berühmte letzte Tropfen für Delphine gewesen sein, der ausreichte, um eine Art Brücke zu dem Kontext ihres soeben durchlebten mit Kyle Roberts herzustellen. Für sie war das ein eindeutiges Signal, obwohl der Moderator den winzigen Apparat nur dafür benutzte, um seine neue Errungenschaft – das auf Schienen fahrbare Pult zu demonstrieren. Das gefiel dem Publikum ebenfalls, Applaus flutete erneut die Bühne, schon deshalb, weil Roberts mit einem akrobatischen Satz abstützender Hände Platz nahm.

Bis zur ersten Werbeunterbrechung dirigierte Kyle von dort aus die Show mit aktuellen Geschehnissen aus Promiwelt, Sport und Kultur. Natürlich stets mit einer ordentlichen Prise Sarkasmus und Ironie gewürzt und von seiner Band musikalisch begleitet, sobald er des Pudels Kern erwischte. Dem Rat seines Stellvertreters und engsten Freundes, Wolfram Hengist, kam er nach. So verschonte er in dieser Übertragung die feinen Damen und Herren aus politischem Hause. Anna und Chris nahmen mehr und mehr an der Show teil, stellten ihre persönliche Forderung an Delphine zurück, sie zu einer Wiedergutmachung zu zwingen, weil die sie dazu nötigte, einen gemeinsamen Fernsehabend einer nächtlichen Party in einer Diskothek vorzuziehen.

Nach der Werbepause überraschte Kyle seine Zuschauer mit einer deutschen Band, die erst kürzlich in Irland beim Euro Vision Song Contest auftrat und dort einen starken dritten Platz für deren Land belegte. Mit den drei Damen flirtete Roberts charmant und sie unterhielten sich über das positive Abschneiden im Contest und allerlei Showbiz. Der Humor seitens Roberts blieb nie auf der Strecke. Aber von Delphine, die nichts anderes tat, als auf den Fernseher zu starren, erntete er einen bösen Blick. Oder galt der etwa den drei Frauen, die kurz darauf eine live Performance mit der hauseigenen Band vorführte? Anna versuchte sie darauf anzusprechen:

„Hey, Del – was ist dir den über die Leber gehuscht? Dein Blick lässt mich frösteln, wenn ich ehrlich bin…“

„Das kann ich dir sagen, liebe Anna“, deutete Delphine mit ausgestrecktem Zeigefinger auf den Fernseher und bekannte sich offen zu der Performance des deutschen Künstlertrios.

„Von den drei Frauen kann keine Einzige richtig gut live singen. Die Kiefer ist so schlecht, die trifft noch nicht mal jeden Ton. Aber Hauptsache Prominenz im Trio – das steigert die Erfolgschancen erheblich.“

„Ich finde die drei gar nicht so schlecht“, bekannte sich Chris ehrlich.

„Du hast von Musik ja auch keine Ahnung, Hase…“, konterte sie.

„Heute hast du es wohl auf mich abgesehen, was? Erst die Ohrfeige, jetzt die Abwertung auf einen musikalischen Legastheniker. Was kommt denn noch?“

Delphine zeigte endlich Verständnis, dass ihr Freund Chris heute Abend für ihre aufgebrachte Laune herhalten musste und dass sie ihn hart rangenommen hatte. Zu hart. Deswegen streichelte sie seinen Handrücken und schenkte ihm ein verschmustes Lächeln. Er antwortete mit einem verliebten Grinsen, küsste sie schmatzend auf die Lippen.

„Kannst du es denn besser, Süße?“, fragte Anna interessiert.

„Na, und ob. Die drei Hof-Grazien steche ich locker aus. Wenn ich nur selbst einmal eine Bühne bekommen würde“, klang Delphine voller Enthusiasmus.

„Wirklich? Ich glaube, dass es nicht so einfach ist. Hier vor uns bringst du bestimmt eine musikalische Glanzleistung hervor, liebe Del, aber da draußen – vor einer Menge Publikum… das ist eine ganz andere Baustelle und diese Überwindung gelingt nicht jedem…“

„Anna, mein Schätzchen, du kennst mich so gut wie keine Zweite. Du weißt, dass ich es könnte, oder etwa nicht? Und du weißt, dass es mein großer Traum ist, einmal selbst im Rampenlicht zu stehen.“

„Ich will dir nicht zu nahetreten, Liebes, aber unter der Dusche oder im Auto fahrend zu singen, ist ein großer Unterschied zu einer Performance auf einer Bühne. Du bist eher introvertiert, also hab´ ich so meine Zweifel, ohne dich in deinem gesanglichen Talent abzuwerten. Du

baust dir da ein Luftschloss, Süße“, fügte Anna hinzu.

Delphine Baker gab sich stumm. Sie sinnierte zu Annas Dialog. Was allerdings in ihrer Gedankenwelt wie Insekten im Laternenlicht umher kreiste, blieb ihr Geheimnis. Als sie sich das kuriose Finale der Late Night Show von ihrem Idol, Kyle Roberts, verinnerlichte, ihn sah, wie er sich am Ende vor dem tosenden Publikum verbeugte und in blinkende Lichtstrahlen eintauchte, hatte sie das Gefühl, selbst auf der Bühne zu stehen.

Es ist an der Zeit, mit dem großen Irrtum der Vergangenheit aufzuräumen. Ich bin nicht geschaffen, um als Handlanger in einem schlechtbezahlten Job mir den Arsch aufzureißen. Ich kann viel mehr – also Manege frei!

Anna hatte ihrer besten Freundin eine Frage gestellt, aber Delphine musste sich erstmal mit einem Blinzeln aus ihrer Traumwelt befreien. Deswegen fragte sie mit einem einfachen Was? nach. Anna musste unfreiwillig schmunzeln.

„Houston an Delphine Baker – alles OK? Oder haben wir ein Problem? Ich fragte, ob ihr noch zu einem Schlummertrunk bleibt?“

Chris wollte dem gerade zustimmen, aber seine Freundin unterbrach die Harmonie auf einen nächtlichen Smalltalk zu dritt.

„Du weißt Anna, ich würde gerne – aber ich muss vor 0:00 Uhr zu Hause sein. Mein Stiefvater kontrolliert das leider sehr genau und seine Sanktionen von Hausarrest mögen altmodisch klingen, aber sind für mich der blanke Horror.“

Anna hatte Verständnis, nickte dem zu.

„Ich kann dich verstehen, Süße. Wir telefonieren morgen, OK?“

„Geht klar. Hab dich lieb“, drückte sie ihre Freundin fest umschlungen. Delphine widmete sich Chris: „Begleitest du mich noch zur Haustür? Ich würde ungern nachts alleine durch die Gassen der Stadt marschieren…“

„Selbstverständlich gehe ich mit dir, Schatz. Anna – dank dir für den netten Abend. Bis demnächst mal wieder…“

Nach dem Abschied streifte das Teenager Paar durch Kölns Innenstadt. In der Nacht erwachte in der Millionenstadt eine vollkommen andere Welt. Die Metropole der Reichen trennte sich unweit von dem Scherbenhaufen der Armut. Aber die Wahrheit ist halt eine Tochter der Zeit: Einen gerechten Wertekatalog gab es nie und den wird auch nie in Köln geben.

Chris hatte Delphines zarte Hand so gefasst, dass ihre Finger ineinandergriffen. Er stellte fest, dass seine Flamme scheinbar fror, denn ihre Hand war total unterkühlt. Mit mehrmaligem Reiben über ihren schlanken Rücken und Schulterblatt schenkte er ihr die notwendige Wärme. Sie dankte es ihm mit einem aufopfernden Seufzer, vergrub ihr Gesicht in seiner durchwärmten Jacke. Seine Hände fassten ihre Taille und ihren Haarschopf am Hinterkopf.

„Chris – warum bist du mit mir zusammen? Ich bin nichts Besonderes, kann dir doch rein gar nichts bieten, wenn du ehrlich bist…“

„Nein, Delphine. Stopp! Das will ich nicht hören…“, bremste er ihren Selbstzweifel ohne Umschweife.

„Wahrscheinlich würdest du mir jetzt noch etwas über deinen zu klein geratenen Busen und über dein Pferdegebiss erzählen wollen… aber bitte, Schatz – lass es gut sein. Ich weiß über deine Vergangenheit Bescheid!“

Delphine löste sich aus seiner Umklammerung, beäugte ihren Freund zunächst mit kritischem Blick.

„Hat die Anna etwa aus meinem beschissenen Schulleben berichtet?“, zischte sie im Unterton. Er nickte ihr sorglos zu, klärte aber den Umstand sofort auf.

„Ich weiß, dass deine Mitschüler dich die letzten zwei Schuljahre wegen eben erwähnter Dinge gemobbt haben. Dass du deswegen den Sportunterricht geschwänzt hattest, nur damit du den Weg in die Dusche meiden konntest. Aus Angst davor, dass sie sich über deinen Körper lustig machen könnten. Selten hast du deinen Mitmenschen ein Lächeln gezeigt, weil du immer der Ansicht warst, deine sehr großen Schneidezähne würden dich in die Kategorie einer Stute abstempeln und dich hässlich erscheinen lassen…“

Sie entzog sich seinen Worten, wollte ihr Gesicht von ihm abwenden, doch seine Hand an ihrem Kinn haltend, löste ihre Verunsicherung.

„Delphine Baker – zwei schwere Jahre und dumme Aussagen von überheblichen Menschen reichten aus, um dich zu indoktrinieren und einzuschüchtern. Was braucht es nun, um dich aus den Wirren dieser furchtbaren Konflikte zu befreien? Dir zu beweisen, dass du wunderschön bist, fernab von dem, was Andere versucht haben dir wie einen bösartigen Tumor in deine Seele zu pflanzen!?“

Sie starrte ihm tiefgründig in die Augen, war beeindruckt von seiner offenen Kontroverse.

„Die Antwort ist Liebe, Del! Du weißt, dass ich dich liebe. Seit sechs Monaten sind wir jetzt zusammen und ich habe es dir schon mehrmals gesagt. Auf eine Antwort deinerseits warte ich bis heute – vergebens. Darüber hinaus haben wir immer noch nicht miteinander geschlafen, wonach ich mich aber immens sehne. Überleg` mal, welcher Kerl das dulden würde und über sich ergehen ließe? Sei nicht wütend auf Anna, dass wir über deine Vergangenheit geplaudert haben. 

Ausschnitt aus Scherben des Ruhms von Martin B. Dante 

Roman 2023  erschienen Autorenquelle -Workshopverlag Berlin und Bookmundo NL
ISBN  (gebundenes Buch) 9789403705255