Aufgeschnappt!

Hier beginnt unsere Bücher-Reise der News. Janine hat sich dazu bereit erklärt, einiges festzuhalten, das irgendwie mit der Autorenquelle jetzt gerade oder irgendwann einmal zu tun gehabt hat. Lerne uns als nichtkommerzieller Indie-Verlag kennen.

Ein neuer Weg im Buchverkauf!

Frau Alon, Sie sind viel beschäftigt und beruflich zweifach gefordert, einmal als Referendarin für Geoarchäologie und zum zweiten als Autorin einer geschichtswissenschaftlichen Historia. Überfordert das nicht?

Nein. Beide Beschäftigungen führe ich freiberuflich aus und beiden stelle ich die notwendige Zeit zur Verfügung. Das ist manchmal in der Tat ein großer Zeitaufwand. Doch der Spaß an beiden Tätigkeiten gleicht das massig aus!

Ihr Buch „Die Saga Eloah“ hat natürlich permanenten Hintergrund, der sich weitgehend den Überlieferungen aus Tora, Bibel und Koran bedient. Ist das dann nicht so eine Art moderne Bibel?

Das kann man so sehen oder auch nicht. Natürlich, da es sich bei Eloah um einen allmächtigen Gott handelt, den vermutlich 80% der gläubigen Menschen auf der Welt ihren Glauben unter verschiedenen Namen schenken, sind insbesondere Bibel und Koran tragende Instrumente der Handlung. Aber „die Saga“ bedient sich nur der Personennamen, die Handlungen sind oft nicht identisch mit biblischen Schilderungen. Vor allen Dingen führt unser Buch detailliert auf, warum ein Gott mit seinen Engeln derartige Wunder zu vollbringen imstande war. Das ist heutzutage erklärbar, auch wenn die Spezies Mensch noch nicht alles heute so beherrscht, wie es ein Gott damals vermochte.

Also doch kein historischer Roman!?

Doch! Aus dem einfachen Grund, dass überlieferte Geschehnisse real und fiktiv verknüpft werden, wobei es sicher keinen einzigen Gott gab. Eloah war einer von vielen Göttern, deren Ursprung in einer Präkultur zu suchen ist. Überlieferte Vorkommnisse tun das einfach damit ab, da ist nun mal ein Gott, und das war’s auch schon! Nein, da war in den Urzeiten viel mehr, da geschah vieles völlig anders, als in Bibel & Co. beschrieben. Das versuchten unter meiner Regie mehrere Autoren in einer fiktiven Historiografie als bekannte, rätselhafte und unheimliche Story der Welt in einen Roman zu fassen und spannend darzustellen!

Sie haben nicht nur zwei Buchversionen auf den Markt gebracht, sie betreiben auch ein völlig anderes Vertriebs- und Verkaufssystem. Was ist das Besondere daran?

Die Autorenquelle ist ein Nischenverlag, spezialisiert auf Kunstbücher, wie das bei der Essay-Version der ‚Saga Eloah‘, welche mit Unterstützung von Digital-Painting erschienen ist, der Fall ist. Wir verzichten dabei bewusst vorrangig auf den klassischen Buchhandel, da dieser im Einschluss der Barsortimente hohe Rabatte fordert und das Listung Geld kostet. Wir nutzen alternative Wege durch eine Präsenz von privaten Vorstellungen in Heim und Hof, Lesungen in wissenschaftlichen Buchhandlungen und natürlich in Kunstbibliotheken, zumeist Universitäts- oder Großstadtbibliotheken.

Können Sie praktische Beispiele geben?

Ich veranstalte neben meinen Einzellesungen auch viele Dual- und Triallesungen mit zumeist männlichen Mitautoren von der „Saga Eloah“, wobei bestimmte Protagonisten lesend dargestellt werden. Diese Lesungen finden nur privat statt, allerdings in unterschiedlicher Dimension, was die Größe angeht. Wir haben schon in einem gemütlichen Garten vor 10 Personen gelesen, in Kurparks mit der 10-fachen Menge, in privater Umgebung oder gebuchten Literaturhäusern, selbst in idyllischer Umgebung von Kleingartenanlagen sowie in speziellen, historischen Buchshops. Das ist nicht neu, eine mir bekannte Autorin hat das mit ihrer Pilger-Trilogie auch gemacht.

Treten Sie unter ihrem realen Namen auf?

Das hängt von dem Veranstalter und der Umgebung ab. In vielen Großstädten benutze ich mein Pseudonym!

...der da lautet?

Ella von Kalkstein, aber fragen Sie mich jetzt nicht, wie ich auf diesen Namen komme! 

Das hinterfrage ich nicht, aber wie läuft das organisatorisch ab?

Die Lesedauer beträgt im Durchschnitt eine dreiviertel Stunde, die anschließende Diskussion verbraucht nochmal dieselbe Zeit. Es gibt da keinen Plan, weil wir die Lesung an bestimmten Stellen unterbrechen, weil Fragen anstehen, um die Saga um Eloah zu begreifen. Deshalb dauert die Veranstaltung erfahrungsgemäß oft länger. Natürlich muss das alles der private Veranstalter organisieren, abgesehen vom Ort und der Einrichtung also auch alles an Getränken und Essbarem. 

Und was kostet so eine Lesung als Privatveranstaltung?

Also die Lesung an sich ist kostenlos für alle Zuhörer, egal woher sie als Teilnehmer kommen. Die Gastgeber erhalten von mir zwei signierte Bücher der Essay-Version als Erinnerung geschenkt, jeder Teilnehmer kann sich diese Version – die es nicht im Buchhandel gibt – kaufen, wahlweise auch signiert. Da ich und ein Partner meines Autorenteams nicht von Luft und Liebe anreisen können, wird vorher ein Pauschalpreis je nach Ort und Lage vereinbart, da ich von Berlin aus anreise. Der ist nicht so hoch, wie es oft schnell den Anschein erweckt, zumal ich immer einen Partner auswähle, der in der Nähe des Veranstaltungsortes liegt. Wenn notwendig, organisiert der Gastgeber auch die Übernachtung für mich.

Kann man fragen, wie viele Lesungen Sie dieser Art schon durchgeführt haben?

Natürlich, in diesem Jahr rund ein Dutzend. Bis in den Sommer  2027 hinein bin ich ausgebucht und nehme zurzeit keine Buchungen mehr an.

Durchaus eine anzuerkennende Möglichkeit Interesse an Literatur der besonderen Art zu vermarkten. Gehen Sie auch auf Buchmessen?

Ja, aber dort verkaufen wir nicht, sondern präsentieren nur. Allerdings nicht nur das Werk „Die Saga Eloah“, sondern auch Bücher anderer Kollegen und Kolleginnen des Verlagsworkshop der Autorenquelle.

Sind die beiden Bücher „Die Saga Eloah“ mit Ausnahme des in der Print-Version fehlenden Digital-Paintings  ansonsten gleich?

Oh Gott, das weiß ich gar nicht so genau. Ja, - ich meine schon! Aber diese Version – vertrieben im Selfpublishing des Verlags Bookmundo – erscheint nicht so interessant wie die Essay-Version bei den Veranstaltungen.

Warum?

Das liegt an der Werbung. Im Handel machen wir zu wenig! Uns genügt der eben beschriebene Lesungsverkauf, weil dort immer Medien anwesend sind...

Wer also nicht an einer Lesung teilnimmt, kann auch nicht die optimale Buchversion mit dem digitalen Painting und der Schriftversion bekommen?

Doch, es gibt spezielle Buchhandlungen der Historia und Bibliotheken, die diese Version besitzen, außerdem kann sie auf der Internetseite der Autorenquelle online bezogen werden. Die Autorenquelle ist aber kein kommerzieller Verlag, das heißt, er vermittelt den Kauf von Büchern durch die Autoren. Ich bin dann die auch Privatverkäuferin, deren Buch durch die Autorenquelle versendet wird, um meine Privatsphäre zu wahren. Auf dieser Plattform werden auch die Lesungen vermittelt.

Bei einigen vergangenen Diskussionen hat es viel Kritik gegeben, da Sie im Prolog behaupten, dass Eloah – also Gott – mit all seinen Engeln und anderen Göttern die Allmächtigkeit unter der Spezies „Mensch“ anstrebt und dabei alles andere als barmherzig vorgeht, da er selbst einer kriegerischen Präkultur angehörte, deren Ursprung einst auf der Venus lag. Das wurde in einigen regionalen Tageszeitungen geschildert.

Richtig! Vor allen Dingen Vertreter der christlichen Kirchen, aber auch der islamischen Richtung, wiesen den Inhalt der Saga in einigen Kapiteln als falsch interpretiert zurück. Insbesondere Auseinandersetzungen zwischen Eloah und seinem ehemaligen ersten Erzengel Samael, den er als Gott zu Lucifer degradierte, fanden Ablehnung. Aber an vorderster Stelle standen die Diskussionen um Adam und Lilith, seine erste Frau, die Gott vor Eva an Adams Seite stellte und die ihn wegen sexueller Machtansprüche verließ.  

Sie vertreten in der Saga auch historisch die Ansicht, dass Jesus als Prophet weder am Kreuz starb, noch gar zu Gott Eloah in den sogenannten „dritten Himmel“ geholt wurde. Sie begründen das als Tatsache, dass er nicht am Kreuz zu Tode kam, rein medizinisch. Ist das nicht eher eine Weisung in die Richtung der Ansichten des Islams?

Nein, ich schreibe ja auch über die technischen Möglichkeiten, die eine weit entwickelte Präkultur als sogenannte Elohim unter dem Gott Eloah hatten und erkläre sogar den Bau gigantischer, monumentaler Bauwerke. Vor 1000 Jahren hat auch kein Mensch daran geglaubt, was heute möglich ist. Das sind klare Fakten!

Es gibt kaum eine Überlieferung, für die Sie und ihr Autorenteam in dem Buch keine plausible Erklärung des Geschehens finden, mit der Ausnahme jener im Roman immer wiederkehrenden Inkarnationen der Geistwesen wie die Engel in menschliche Körper und umgekehrt. Hat da dann doch der Gottesverstand die Oberhand behalten?

Nein, gar nicht! Ein reines Energiewesen existiert auf einer sehr hohen, feinstofflichen Schwingungsfrequenz. Damit Wesen eine physische Form annehmen, muss es seine Schwingung verlangsamen. Das funktioniert bei einem Elektron und Positron, Energie nimmt hier eine messbare, physische Form an. Weiter ist unsere Wissenschaft heute noch nicht. In der ‚Saga Eloah‘ werden solche Handlung aus einer Mischung von Realität und Fiktion beschrieben, um den Wert der Unterhaltung nicht völlig zu destabilieren. Die Leserschaft will ja hier keinen physikalischen Unterricht.  

Drückt sich das in den Diskussionsrunden bei den Zuhörern aus?

Unbedingt. Es werden oft theoretische Fragen über Pyramiden und andere unerklärlichen Bauwerke gestellt, die mit unserem Roman der Saga gar nichts zu tun haben. Dabei wird oft Gott in den Hintergrund gedrängt und die Diskussionsart gerät aus dem Ruder. Viele wissen nicht, dass einst die Venus bewohnbar war.

Werden Gott und seine Heerscharen nicht oft mit Aliens aus fernen Welten verglichen, die in Büchern über die Elohim oft benannt sind und in Filmen vorkommen?

Das ist häufig der Fall, und ich betone dann stets, dass diese Behauptung in keiner einzigen Zeile meines Romans vorkommt. Die Schöpfung hat es nach der Raum- und Zeitgröße ganz eindeutig geregelt, dass sich keine intelligenten Lebewesen anderer Welten jemals begegnen, auch wenn es sehr viele Intelligenzen in allen Universen gibt. Es gab keine Aliens bei uns!

In Ihren Lesungen lassen sie bewusst das Romanende weg, auch den  Abgang Eloahs, also das Ende Gottes nach seinem letzten Propheten der muslemischen Glaubensbewegung, Mohammed.

Das ist natürlich gefordert, aber wir bestätigen in der „Saga Eloah“ in keinster Weise das Ende Gottes, sondern begründen nur sein Verschwinden. Durch Fortschritt der menschlichen Wissenschaft und die dadurch entstandene Aufklärung brauchen die Menschen Gott nicht mehr als Fundament für Wahrheit und Moral. Und damit sind wir bei Nietzsche. Er warnte davor, dass dies einen tiefen Sinnverlust und eine große Verantwortung für den Menschen bedeutet, der nach dem Weggang Eloahs und seiner Elohim nun seine Werte selbst erschaffen und regeln muss.

Frau Alon, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Doris David

Es gibt nicht nur die Frankfurter Buchmesse!

Kommende Buchmessen im Überblick, die auch interessant sind und nicht in Frankfurt/Main vom 7.-11. Oktober stattfinden:

  • Klischee – Die Buchmesse (Darmstadt) – 12. September 2026

  • BuchKidsHarz (Quedlinburg) – 19. bis 20. September 2026

  • 3. Buchmesse RE-BUCH (Herten) – 26. September 2026

  • Frankfurter Buchmesse (Frankfurt am Main) – 7. bis 11. Oktober 2026

  • Buchmesse Boltenhagen – 23. bis 24. Oktober 2026

  • Buch Tulln (Österreich) – 24. bis 25. Oktober 2026

  • BUCHBERLIN (Berlin) – 31. Oktober bis 1. November 2026

  • Münchner Buchmesse (München) – 14. November 2026

  • Buch Wien (Österreich) – 25. bis 29. November 2026

    Die Info stammt von Janine Atzert

Ein Horrorpseudonym namens BETTY

Dass sich hinter dem eigentlich leicht sympathischen, weiblichen Vornamen Betty ein Schatten des Horrors verbarg, wussten nur gewisse Insider und Leser einiger Regionalzeitschriften im hohen Norden Niedersachsens und Hamburgs, wenn sie die Geschichten von „Betty“ als einen Fortsetzungsroman im Feuilleton lasen und kaum über den 3. Teil hinwegkamen. Zum Glück waren „Bettys Werke“ einfach nur Kurzgeschichten, also kaum länger als 3 bis 4 Kapitel in Fortsetzungen auf Seiten regionaler Tageszeitungen. Die ersten Werke waren gruselig, aber locker, sie waren schockierend, aber durchaus erträglich.

Jedoch nicht so bei Betty letztem Werk „Besuche ohne Wiederkehr“. Eine etwas längere Story der weiblichen Autorin unter dem Betty-Pseudonym. Diesmal gab’s nach dem 1. und 2. Kapitel eine dicke Schelte einiger Leser, insbesondere von der weiblichen Leserschaft, aber auch aus dem Bereich einer Lehrerschaft, die eine Kindergefährdung zu erkennen glaubten. Zwei der vier Regionalzeitungen schlossen die Geschichten im Feuiletton sofort mit entsprechender Reue als Entschuldigung, worauf sich Betty schmollend zurückzog.

Als die anderen Regionalblätter folgten, verschwand Betty als Autorin von der Regionalbühne, sehr zum Verdruss einiger Leser, die den „eingemachten“, literarisch zum Teil nach ihrer Meinung gar nicht so schlecht verfassten Horrortext regelrecht verschlungen hatten. Dutzendweise erreichten Schreiben die Redaktionen, wo denn das Buch „Besuche ohne Wiederkehr“ zu erwerben wäre? Nein, - nichts da! Bettys spannende Horrorgeschichten über die Besucher von Verehrern einer offensichtlich neurologisch geschädigten, jungen Frau gibt es nicht im Handel. So konnte niemand die letzten 2 Fortsetzungen nebst Ende verfolgen, da die Feuilletonrubriken diese nicht mehr von Betty veröffentlichten. Und da Betty im Dunklen verblieb, waren auch interessierte Verlage im Hintertreffen, die sich nach den öffentlichen Aufregungen um die Geschichte zu bemühen versuchten.

Die Autorenquelle hat über Janine Atzert eine dieser von „Betty“ veröffentlichten Fortsetzungen geholt und es hier unter dem Menü 'Leseprobe' vorgestellt. Aber bitte: Lesen auf eigene Verantwortung!

Den Bericht schrieb Holger Jungk   

ELKE: Mein Job muss funktionieren!

Alle zwei Jahre verwandelt das Eifel-Literatur-Festival die Eifel in ein „Mekka für Literatur“. Mit „Sternstunden für Leser“. 2024 mit rundem Jubiläum: „30 Jahre - von 1994 bis 2024“. Gegründet lange vor jedem Boom der Literaturfestivals deutschlandweit!  Die erste Garde der Literaturwelt kommt in die Eifel! Seien Sie dabei! Literatur live - 2024!
Elke Heidenreich ist seit 2006 ein Publikumsmagnet des Eifel-Literatur-Festivals, mit „Ausverkauft-Garantie“ jedes Mal. Das ist am 24. Mai in der Bitburger Stadthalle nicht anders. Die Autorenquelle mit Janine Atzert hat dem Interview zugehört! 

* * *

In ihrem Buch „Ihr glücklichen Augen“ erzählen Sie in kleinen Kapiteln von ihren Reiseerlebnissen in unterschiedlichen Städten. Ihr Buch ist kein typischer Reiseführer, vielmehr eine Mischung aus sehr schlau machenden Fakten, einem Sich-Hineinversetzen-Können und dem Wecken von Neugier. Es lebt von den Begegnungen mit Menschen auf Ihren Reisen.

ELKE HEIDENREICH Schön, dass Sie das sagen, denn so reise ich eigentlich auch. Ich mache es nicht so, dass ich vorher alles über mein Reiseziel lese. Ich weiß so ungefähr, was mich erwartet, und dann gehe ich einfach los und gucke und lasse es auf mich zukommen. Ich bin kein Reisender, der perfekt vorbereitet ist.

Aber Sie eignen sich vor der Reise einige Worte in der jeweiligen Landessprache an?

ELKE HEIDENREICH Das versuche ich immer. Man sollte „bitte“ und „danke“ und „was kostet es“ sagen können und in welchem Hotel man wohnt, so ein paar Sachen kann ich schon. „Ja“ und „Nein“ und „Guten Morgen“ und „Guten Abend“ und so was.

Macht Sie das Warten auf den Flieger oder verspätete Züge nicht nervös und Sie denken sich: Wäre ich mal besser daheim geblieben?

ELKE HEIDENREICH Nein, das ist bei mir nicht so. Aber ich bin ja viel auf Lesereisen im deutschsprachigen Raum. Wenn da eine Bahn zu spät kommt, werde ich nervös, weil ich habe einen Job, und der muss funktionieren.
Aber wenn ich meine eigenen kleinen Reisen mache – ich reise meist nicht länger als fünf, sechs Tage –, dann habe ich vor Ort keine Verpflichtung. Dann bin ich ganz frei und dann macht es mich nicht nervös. Ich habe immer etwas zu lesen dabei, dann setze ich mich hin, trinke ein Glas Wein und warte ab, wie es dann weitergeht. Aber ich muss gestehen, dass ich viel Glück im Leben hatte. Ich war oft auf Kreuzfahrtschiffen eingeladen, um dort  Lesungen zu veranstalten. Dafür bekam ich diese Reisen spendiert und wir legten in den tollsten Häfen an. Da musste ich mich um gar nichts kümmern, das ist dann natürlich leichter.

Seit fast 30 Jahren ist Tom Krausz „perfekter Reisebegleiter“. Was macht jemanden dazu?

ELKE HEIDENREICH Ich habe Tom kennengelernt, als ich damals ein Kinderbuch über Pinguine geschrieben habe und die Zeitschrift „Brigitte“ mich seinerzeit nach Neuseeland geschickt hat, um einen Bericht über echte Pinguine zu schreiben. Tom sollte die Fotos machen, und wir lernten uns erst am Flughafen kennen. Innerhalb der ersten fünf Minuten waren wir Freunde. Wir haben sofort gewusst: Wir passen zusammen. Ich bin quirlig, er ist ruhig. Er ist ein unendlich geduldiger und freundlicher Mensch – viel freundlicher als ich! Er bringt Ruhe rein, ist verlässlich, findet immer die Wege, fährt das Auto. Wir haben mittlerweile sehr viele Bücher zusammen gemacht. In Wales haben wir alle Kneipen besucht, die der Dichter Dylan Thomas besucht hat – denn der war ein großer Säufer.
Und dort haben wir 
auch gesoffen und auf dem Grab von Dylan Thomas eine geraucht und Whisky getrunken. All das kann man mit Tom wunderbar machen. Wir sind über diese gemeinsame Arbeit richtige Lebensfreunde geworden. Er war ein Glücksfall in meinem Leben.

Machen Sie typische Fehler beim Kofferpacken: zu viel, zu wenig, das Falsche?

ELKE HEIDENREICH Man packt immer zu viel ein. Aber das belastet. Ich habe gelernt: Man muss den Koffer selber ins Gepäcknetz heben können. Wenn ich da jedes Mal einen Kerl für brauche, ist das schon schlecht Man muss selbstständig sein, das ist für mich immer ganz wichtig.

In Ihrem Buch schreiben Sie: „Von jeder Reise nimmt man etwas mit für das tägliche Leben.“ Kennen Sie das Phänomen, dass man Dinge, die man vor Ort super findet, zu Hause gar nicht gebrauchen kann? Haben Sie daraus gelernt oder fallen Sie auch heute noch darauf rein?

ELKE HEIDENREICH Klar falle ich auf so was rein! Es gibt immer so Sachen, die einen verführen, weil sie so schön aussehen. Ich habe mir zum Beispiel in China eine schöne Bluse gekauft, wie sie Chinesinnen tragen. Die hatte ich nicht ein einziges Mal an.

Sie sind 81 Jahre alt. Wenn man schon so viel gesehen hat wie Sie – können Dinge Sie noch beeindrucken oder werden Sie schneller ungeduldig oder gelangweilt?

ELKE HEIDENREICH Ich war mein Leben lang ungeduldig und ich bleibe es auch im Alter. Aber ich kann immer noch staunen und mich wahnsinnig freuen über schöne Sachen. Gerade jetzt, wo Frühling ist und alles blüht. Ich gehe durch den Wald und bin einfach nur glücklich und sage innerlich „danke“, dass ich in einem so friedlichen Land leben darf wie diesem hier.
Oder wenn ich in Venedig bin, packt es mich jedes Mal wieder. Das wird nie weggehen, dass ich dankbar bin und staune über die schönen Dinge, die ich erleben und sehen darf. Aber die Kräfte lassen nach. Ich merke, dass ich körperlich nicht mehr so stabil bin und früher müde werde. Das bringt das Alter mit sich.

Sie sind erklärte Gegnerin der gendergerechten Sprache. Haben Sie die Hoffnung, dass das mit dem Gendern bald vorbei ist?

ELKE HEIDENREICH Natürlich habe ich die. Das hört wieder auf – ich bin ganz sicher. Kein Mensch mag das leiden. Das ist keine Sprache, das ist entsetzlich. Es ist grammatikalisch falsch, das ist idiotisch. Wir müssen für Gleichberechtigung kämpfen, aber nicht, indem wir die Sprache verhunzen. Mit mir ist das nicht zu machen. Ich werde zwar oft deshalb angegriffen, aber das ist mir egal. Ich hab‘ ja gern immer ein bissel Krach.

Müssen wir Angst haben, dass Sie jemals anfangen, Krimis zu schreiben?

ELKE HEIDENREICH Nein, ich werde nie einen schreiben! Ich lese auch keine, das interessiert mich literarisch nicht. Ich habe gerne eine gute Sprache, eine gute Geschichte – aber ich will nicht wissen, „wer es war“.
Ich finde auch, dass das Fernsehen überschwappt mit Krimis und Kochsendungen. Da könnte mal mehr Kultur stattfinden.

Apropos Kultur: Was erwartet uns bei der Lesung in Bitburg?

ELKE HEIDENREICH Ich habe den Pianisten Marc-Aurel Floros dabei, der zwischen den Geschichten aus dem Buch „Ihr glücklichen Augen“ die passende Musik zu den jeweiligen Ländern macht, damit man zwischendurch darüber nachdenken kann. Es gibt leichtere und schwerere Geschichten. Auch aus dem neuen Buch „Frau Dr. Moormann & ich“ werde ich lesen.

Das Gespräch führte mit ihr Karin Pütz

Eine Buchhandlung namens  ESLITE

Gerade jetzt, wo dieser furchtbare Hochhausbrand in Hongkong über die Nachrichtensender geht, erinnere ich mich an den Sommer 2024, wo ich in dieser gigantischen Stadt weilte. 12 Stunden Flug von Frankfurt nach Hongkong mit Besuch bei meiner ehemaligen Kommilitonin, die seit 5 Jahren dort beruflich aufgrund ihrer chinesischen Sprachkenntnisse tätig ist. Gut eine Woche bei Freundin Sabine war ein Erlebnis, gegenüber Hongkong gibt es nichts Vergleichbares in unserem Old Germany. Abgesehen von ihrer Wohnung im 18. (!!!) Stock, das zum Glück nicht zu den brennenden Hochhäusern gehörte, sind die Einkaufszentren und das hektische Leben (Ameisen sind harmlos dagegen!) sehr gewöhnungsbedürftig. Ein tolles Einkaufserlebnis ist mir in Erinnerung: Der Besuch eines sehr großen Buchladens: Dem Eslite Buchstore. Dort wurde ich – mein Erstaunen war riesig – fündig. Es lag die englische Fassung von Bernie Henriks „The Chosen Ones“ aus, übersetzt und umgeschrieben auf deutsche Verhältnisse von Autor Bernd Behrendt in seinem Roman „Gott lacht nicht!“. Auf eine eigene Rezension möchte ich hier verzichten, sondern nehme dafür jene der chinesischen Leserin Bi Shu (Originaltext), der an dem ausgestellten Buch zu lesen war, den ich für nicht so sattelfeste "Speaker" darunter übersetzt habe. Ein wirklich tolles Buch, wobei ich die Rezension von Shu mit ihrem Titel „Thriller trifft auf Abenteuer“ teile. In Deutschland ist es in dieser Version nicht zu haben, in Hongkong blättere ich per Karte rund 300 Hongkong-Dollar (ca. 33 €) hin. Steht jetzt in meinem Regal.

Der beistehende Originaltext von Bi Shu über das Buch: 
Thriller goes to Adventure!  I read this book in one week. The suspense builds right from the first chapter, and I've never encountered such an attempted murder in any other crime novel or film. But that's precisely why I bought the book in the first place. The author was giving a reading in Hamburg. The story itself, which deals with the cloning of living people, is written in a compelling way, and the protagonists, especially Bendit, who is being hunted by a cult, are convincing and masterfully portrayed. A remarkable thriller that also presents an adventurous and unexpected ending. Five stars for this novel, which would easily outshine many a bestseller!

Die Übersetzung: Innerhalb einer Woche habe ich dieses 400 Seiten lange Buch gelesen. Die Spannung baut sich schon im ersten Kapitel auf, wobei ich einen solchen Mordversuch in dieser Art noch in keinem Krimi gelesen oder Film gesehen habe. Aber dieser Leseprobenteil war es, warum ich dieses Buch damals kaufte. Der Autor hatte eine Lesung in Hamburg. Die Story selbst, in der es sich um das Klonen von lebenden Menschen handelt, ist nachvollziehbar geschrieben und die Protagonisten, allen voran der von einer Sekte gejagte Bendit, überzeugen und werden formvollendet beschrieben. Ein bemerkenswerter Thriller, welcher auch am Ende einen abenteuerlichen und unerwarteten Schluss präsentiert. 5 Sterne für diesen Roman, der so manchen Bestseller den Rang ablaufen würde!

Der Bericht stammt von Janine Atzert,
ISBN deutsches Buch  978 9403 666 488