Als Josua mit seinem Volk den Jordan überquert hatte, erkannte er in der Ferne die gewaltigen Mauern von Jericho. Auf dem nur einige Kilometer von Jericho entfernten Berg Dschabal al-Quruntul beobachteten Lucifer und zwei seiner Dämonen das Geschehen. In der Mitte zwischen Arakiel und Kokabeel stand noch Lilith, die sich hinterrücks von den Armen Lucifers um ihre Brust umschlungen sah.
»Eloah wird sämtliche Bewohner von Jericho durch die Krieger Josuas umbringen lassen«, bemerkte Arakiel.
»Ja«, nickte Lucifer hämisch, »so wie er es nach dem Tode von Moses auch mit den Edomitern getan hat. Josua hat dem König Num ganz persönlich den Schädel gespalten, ehe er dann das ganze Volk auf Befehl Eloahs auslöschen ließ. Wenn du die Blutspur von Josua verfolgst, sodann kannst du tausende toter Körper in der Wüste liegen sehen! Fürwahr, ich hätte es in meiner satanischen Art nicht besser machen können. Ich bin neidisch auf Eloah, denn das hätte mein Werk sein können!«
Lilith lachte kurz auf und flüsterte dann: »Lucifer, du meinst die Tötung der gesamten Bevölkerung von Jericho?« »Natürlich«, antwortete Kokabeel für Lucifer, »hier kennt Eloah keine Gnade mit Ungläubigen, die seinem Volk unter Moses den Zugang verweigerten! Und unser Meister hier, Lucifer, kennt keine Gnade gegenüber den Gläubigen!« Sie sahen aus der Ferne, wie Josua sein mächtiges Heer in der Nähe Jerichos sammelte. Im Westbereich vor dem geschlossenen Hauptportal von Jericho, ließ Josua ein Lager herrichten, doch nur ein Teil seiner Krieger besetzten das Lager. Josua selbst schien da etwas Besonderes vorzubereiten, fast schien es, als wolle er noch am selben Tag die ganze Stadt angreifen. Doch dann geschah Merkwürdiges. Gut die Hälfte seines Heeres nahm Aufstellung in 5er-Reihen und geteilt in zwei Gruppen hintereinander. Eine Vorhut, die von Jachdo angeführt wurde, ging voraus. Dieser Engel, schon an Seiten von Moses und Aaron im Auftrag Eloahs kämpfend, hatte mit seinen Waffen und unbändiger Kraft, Hunderte seiner Gegner niedergemetzelt und das ohne jede Gnade. Das war wohl im Sinne seines Herrn, denn Jachdo, von Gabriel wieder instruiert, hatte dessen Befehle eindeutig an Josua weitergeleitet, die da lauteten: »Die Stadt mit allem, was in ihr ist, wird zu Ehren des Herrn dem Untergang geweiht. Nur die Dirne Rahab und alle, die bei ihr im Haus sind, sollen am Leben bleiben, weil sie unsere Boten versteckt hatten, die wir vor Tagen ausschickten. So siehe, der Herr gibt Dir Jericho, seinen König samt allen Kriegern und sein Volk allein in Deine Gewalt. Mit scharfem Schwert sollst Du alles, was in der Stadt ist, dem Untergang weihen. Alle Männer und alle Frauen, alle Kinder, alle Greise und alles an Getier wie Rinder, Schafe und Esel. Aber das ganze Silber und Gold, die Geräte aus Bronze und Eisen, sind zu bringen ins Haus des Herrn. Und Jericho wird von außen und innen brennen, nur Asche soll verbleiben und die Flächen der Erden Jerichos bedecken!« Lucifer beobachtete die Szenen argwöhnisch, erst als er die Bundeslade des Herrn zwischen Vor- und Nachhut der Kriegerreihen Josuas entdeckte, verstand er die Taktik von Josua. Auch die beiden dämonischen Engel nickten so vor sich hin und grinsten in ekelhafter Form. Das begriff Lilith nicht. »Was tut er da, was will er mit der Lade?« »Sie tragen eine furchtbare Waffe von Eloah um die Stadt. Das ist nur der Anfang. Schau dir die Leute vor der Bundeslade an. Kein einziges Heer würde eine solche Lade mit sich tragen, wenn es sich nicht um eine Waffe handelt. Was was siehst du dort?«, fragte Lucifer. Lilith beobachtete die Szene genau. Was fiel ihr auf? »Direkt hinter dem ersten Kriegerheer liefen hintereinander sieben Priester mit Hörnern in den Händen, dahinter weitere Priester, die wohl die Bundeslade Gottes trugen, gefolgt vom Heerführer Josua zu Pferde«, erkannte sie und erklärte das Gesehene. »Richtig«, nickte Lucifer, »die Bundeslade wird von vier ihrer Leviten getragen, derer vom Stamm Levi, der ältesten Priesterklasse. Sie müssen die Bundeslade an zwei Holzstangen führen, die durch Ringe an den Seiten stecken. Das Berühren der Lade führt nämlich sofort zum Tod durch den energetischen Kraftgeist von Eloah!« »Durch die Hand von Eloah? Wie geht das?« »Probier’s aus, Lilith!«, grinste Kokabeel. »Die sieben Priester, die vor der Lade schreiten«, murmelte Lucifer, »tragen Widderhörner. Sie werden die Stadt umrunden und dabei die Hörner unentwegt erklingen lassen. So vernehmen Josua und seine Krieger nicht die beißenden, hellen Töne, die aus der Lade die Stadtmauer beschallen. Ich weiß, welche Geräte dort in der Bundeslade stecken!« Lilith war verwundert: »Ich hörte, darin wären nur Heiligtümer, auch Gottes Gebote, die einst angeblich Moses von Eloah erhielt und die er sodann dem Volk Israel übergeben habe!?« Lucifer lächelte sarkastisch. »Ach was, – darin befindet sich immer nur das, was Eloah benötigt! Und nicht umsonst, schützt er diesen Inhalt vor neugierigen Augen. Er nutzt moderne Waffen, entgegen der geschriebenen Gesetze des obersten Tenniner Rates! Im „dritten Himmel“ befinden sich noch unzählige Protonen- und Laserwaffen, die Baiame für immer zu benutzen verboten hat. Da wäre Jericho in Sekundenschnelle vernichtet!« »Oh ja«, erhob Arakiel das Wort, »diese Hörner der Priester deuten auf die Art einer Resonanzkatastrophe hin, – oder bist du anderer Meinung, mein Herr Lucifer!?« »So ist es, Arakiel! Eloah hat durch seine Engel eine Tenniner Waffe in die Lade legen lassen. Ich kenne deren Funktion. Sie erzeugt Schwingungen, die das Mauerwerk aus Stein und Lehmputz im Kern erschüttert. Wird diese aus der Lade ausgesendete Schwingungsenergie zu groß, werden die Mauern nach und nach brechen. Eloah hat all dieses Handeln der Priester und Krieger als Plan dem Josua vorgegeben. Der tut nun nichts anderes als das, was Eloah sagte!« »Warum blasen diese Priester die Widderhörner?«, wollte Lilith wissen. Lucifer erklärte, dass die Resonanz aus der Lade durch die Hörner unhörbar wird, die Hörner sollen den Ton überdecken und den Takt des Vorbeischreitens der Krieger vorgeben. Und er sollte richtig mit seiner Vermutung liegen, denn voran war angewiesen, Geräusche aus der Lade zu vermeiden. Josua empfing die Befehle durch den Erzengel Gabriel spirituell: Du wirst mit deinen Kriegern um die Stadt herumziehen und sie einmal umkreisen, in der Mitte hütet ihr die Bundeslade Gottes. Das sollst du sechs Tage lang tun. Sieben Priester sollen sieben Widderhörner vor der Lade hertragen. Am siebten Tag sollt ihr dann siebenmal um die Stadt laufen, dann wird die Lade Gottes Kraft bei der siebten Stadtumrundung zum allerletzten Mal aufnehmen und die Priester letztmalig in die Hörner blasen. Wenn zugleich die Hörner geblasen werden und ihr Schall zu hören ist, soll das ganze Heer in lautes Kriegsgeschrei ausbrechen. Daraufhin werden die Mauern der Stadt in sich zusammenstürzen; dann sollen die Kriegsheere zur Vernichtung nach Jericho einsteigen, jeder Krieger an der nächstbesten Stelle. Die bewaffneten Männer gingen vor den Priestern her, die die Hörner bliesen, die Nachhut folgte der Lade, ständig blies man die Hörner, während Josua auf seinem Pferd stetig die Kriegerreihen abritt. Seinen Kriegern aber befahl Josua: »Erhebt kein Kriegsgeschrei bis zum siebten Tag und lasst nicht eure Stimmen hören! Keinerlei Wort komme aus eurem Munde bis zum siebten Tag, an dem ich zu euch sage: Erhebt das Kriegsgeschrei! Dann sollt ihr losschreien, wenn gleichzeitig alle Hörner der Priesterschaft wieder ertönen.« So geschah es. Stumm marschierte das Heer von Josua sechs Tage lang jeweils einmal um Jericho herum. Kein Laut drang über die Lippen der Krieger, nur die Hörner bliesen unentwegt. Sie verdeckten das brummende, unangenehme und undefinierbare Rauschen aus der Lade. Nach jedem Tag mit einer Umrundung der Stadt, zog sich das Kriegsheer zurück ins Lager zur Nacht, um am nächsten Tage erneut die Stadt zu umlaufen. Schließlich begann der siebte Tag. Diesmal liefen sie sechsmal um die Stadt, die Töne aus der Lade waren fast genauso laut wie die Hörner, und in der Stadt fingen die Verteidiger schon heftig zu lachen an. Sie verstanden die Vornahme nicht, die allein nur Josua und Jachdo begriff, nicht jedoch seine Krieger. Die Hörner aber dröhnten noch lauter als je zuvor, wobei sie urplötzlich schwiegen, genau dann, als die siebte Stadtumrundung begann. Ganz lautlos zog das Heer an der Stadtmauer vorbei und aus der Lade drang ein pfeifender Ton. Als die Umrundung fast vollzogen war, da stoppte nun Jachdo an der Spitze des Heeres alle Krieger. Josua, der in der Mitte hinter der Lade ebenfalls anhielt, rief mit lauter Stimme: »Gebt es Reihe nach Reihe weiter. Erhebt nun das Kriegsgeschrei, wenn die Hörner erklingen! Gott gibt uns dann die Stadt in eure Gewalt; den Sieg in eure Schwerter!« Sprach’s und gab nach einer Minute Schweigen den Befehl an die Priester, die Widderhörner erschallen zu lassen. Als das Heeresvolk den Hörnerschall hörte, brach es in lautes Kriegsgeschrei aus. Die Stadtmauern stürzten an vielen Stellen in sich zusammen, das Kriegsheer stieg in die Stadt hinein, jeder an nächstbester Stelle. So eroberten sie die Stadt, alles in ihrer Nähe wurde niedergemacht. Lucifer war indessen allein zwischen Greisen, Frauen und Kindern des israelischen Volkes im Lager Josuas erschienen. Sein teuflisches Augenpaar hatte das Gemetzel von Josua verfolgt, wobei niemand in Jericho überlebte. Dann sah einer der weisen Greise im Lager Lucifer an, der wortlos gen Jericho blickte. »Du gehörst nicht zum Heer von unserem Josua. Meine innere Stimme verrät mir: Du bist ein Dämon!« »Du bist weise, Alter!« Lucifer grinste ihn frech an, zückte sein Flammenschwert, welches langsam erglühte. »Aber du bist zu alt, um wahre Klugheit zu erkennen. Wie stark ist dein Erinnerungsvermögen? Ich war einst der erste Erzengel Gottes! Also knie‘ wenigstens nieder vor mir.« »Allmächtiger, - du bist Samael, der Lucifer leibhaftig!?« Dabei erhob sich der Greis, kniete aber nicht, wie von Lucifer befohlen, nieder. Sein Erheben machte es Lucifer sehr leicht, er zweiteilte den Körper des Greises in dessen Taille. Dann rief er Azrael, der neben ihm wie aus dem Nichts auftauchte. »Nimm seine Seele. Jedoch bevor du diese dir einverleibst, zeige sie Eloah und sage ihm, wo du sie geholt hast. Ich weiß, du hast da drüben in Jericho beim Völkermord mit deinen Gehilfen viel zu tun, um tausende von Seelen zu begleiten. Doch so viel Zeit muss für ein paar Worte an Eloah noch sein. Und sag‘ ihm auch, ich wäre stolz auf ihn! Er mordet mehr, als ich imstande bin!« Mit einem schallenden Lachen verschwand Lucifer. Nach der Vernichtung Jerichos zog Josua mit seinem Volk in den Landesteil Kanaans, wo die Amoriter lebten. Der größere Teil seiner Krieger verblieb im Lager, während Josua rund 3000 Kämpfer zur Unterwerfung der Amoriter in die Stadt Ai schickte. Doch das israelische Heer erlitt eine furchtbare Niederlage, die Amoriter jagten es aus der Stadt und verfolgten die Krieger bis fast zu Josuas Lager. Der war entsetzt, warf sich in den Staub vor der Lade und klagte Eloah seine Leiden. »Ach Herr, mein Gott! Warum hast du mich und dein Volk über den Jordan ziehen lassen? Um uns jetzt im offenen Kampf den Amoritern auszuliefern, damit sie uns vernichten, nachdem wir auf dein Geheiß hin dasselbe mit Jericho taten, wo wir zuerst dein Gotteshaus mit Gold und Silber gefüllt und alles Leben dort verdorben haben? Hätten wir lieber uns dazu entschließen sollen, jenseits vom Jordan zu verweilen? Was ist der Grund deines Tuns? Warum waltest du diesmal keine Gnade und stehst an Seiten der Amoriter?« Es war Jachdo, der Josua riet, aufzustehen. Er sagte: »Was liegst du da im Staub? Israel hat gesündigt, hat die Befehle des Herrn nicht befolgt. Sie haben sich sogar gegen seinen Bund vergangen, den der Herr ihnen auferlegt hat. Sie haben in Jericho Dinge weggenommen von dem, was dem Untergang geweiht war; sie haben es gestohlen; sie haben es unterschlagen und zu ihren eigenen Sachen getan. Gold und Silber in die Hände des Herrn, alle anderen Gegenstände des Wertes sollten im Feuer untergehen! Habet ihr diese Order vergessen? So sei das Volk gestraft, Josua! Und siehe da, Jericho ist bis auf die Mauern heruntergebrannt, wie es uns der Herr voraussagte. Aber einige haben sich nicht an seine Worte gehalten. Heute früh habe ich Gabriel wahrgenommen, so ich dir nun mitteilen soll, dass du an dem heutigen Morgen Stamm für Stamm antreten lässt, die der Herr dir bezeichnet. Es soll so Sippe für Sippe antreten und aus der Sippe, die der Herr bezeichnet, soll jede Familie antreten und aus der Familie, die der Herr bezeichnet, soll ein jeder, Mann für Mann, antreten. Und jene, wo der Herr etwas findet, das dem Untergang geweiht war, aber ihm zugestanden hat, sollen bestraft werden, weil sie Gottes Bund verraten und das israelische Volk in Schande vor dem Herrn gestürzt haben! Die Strafe ist der Tod der Familie!« Josua erhob sich, sah Jachdo in die Augen und befahl seinen Kriegern alle Zeltlager zu untersuchen, um diejenigen vor des Herrn Angesicht zu bringen, die Schätze aus Jericho für Eigennutz raubten, nachdem sie die ehemaligen Besitzer erschlagen hatten. Josua war entsetzt, waren es doch nicht wenige derer, die Gottes Anweisungen nicht befolgt hatten und schöne Kleider aus Ur, Babel und Susa den Besiegten entnahmen; große Mengen an Gold, Silber und Kupfer hatten sie beutelweise in die Erde in den Boden ihrer Zelte eingegraben. So wurden unter der Beute außerdem zweihundert Silberteller, jeder um die 100 Schekel schwer und sehr wertvoller Schmuck gefunden. Josua verstand, warum sein Herr Eloah darüber mächtig erzürnt war und sie gegen die Amoriter so furchtbar bluten ließ. Er ließ alle Familien der Frevler aus den Stämmen vor einem großen, eigens aufgeschütteten Holz- und Reisighaufen antreten. Gemäß dem Urteil von Eloah tötete er alle Frevler, indem er diese Familien mit Mann, Frau, Kinder und alles Getier aus Familienbesitz zuerst steinigen und darauf sämtliche Körper mit Hab und Gut verbrennen ließ. So verflüchtigte sich der Zorn Eloahs, er war zufrieden mit der ausgeführten Strafe Josuas. Über Gabriel gab er die Nachricht an Josua weiter nunmehr Richtung Ai zu ziehen, um die Rache an den Amoritern und ihrem König Tum durchzuführen. Eloah erinnerte Josua an seine Worte, als dieser damals die Führung von Moses übernahm, die da klar lauteten: Wenn ihr in das Land kommt, welches ich, der Herr, euer Gott, euch zu übergeben gedenkt, dürft ihr auf keinen Fall die verabscheuungswürdigen Bräuche der dort lebenden Völker übernehmen. Niemand aus eurem Volk darf seinen Sohn oder seine Tochter durch das Feuer Lucifers gehen lassen, dessen Predigt, Wahrsagerei oder Zauberei betreiben, die Omen deuten, andere mit einem Bann belegen oder als Wesen auftreten, das Tote beschwört und zu befragen versucht. Jeder, der so etwas tut, ist mir, dem Herrn, ein Gräuel. Wegen dieser abscheulichen Taten dieser Völker werdet ihr sie allesamt aus Kanaan vertreiben. Die Amoriter sind ein solches erbärmliches Volk, welches für Ehebruch, Kinderopfer, Gleichgeschlechtlichkeit, Prostitution, Götzendienst und Hexerei bekannt ist. Tut ihr es mit denen gleich, vernichtet sie so, wie ihr das mit dem Volke aus Jericho perfekt vollzogen habt! Josua zog daraufhin mit 30.000 Kriegern gegen König Tum in die Stadt Ai, lockte dessen Streitmacht mit einem Trick aus der befestigten Stadt, wo er sie später vernichtend schlug. Auch hier rottete er das Volk der Amoriter im Sinne der Befehle von Eloah aus. Zuletzt ließ er ihren König im Schein der Morgensonne aufhängen. Den Körper verbrannte er mit der untergehenden Sonne erst am dritten Tag öffentlich. Gott war zufrieden, und die Sonne stand über Kanaan. Josua ging nun nach den Anweisungen von Jachdo vor, der immer mit Eloah über Gabriel in seinen Gedanken die Kontakte hielt und häufiger sogar lange Zeiten bei seinem Herrn verweilte und Josua oft zu Gesprächen fehlte. Es gab keine Verfehlungen mehr seitens des Volkes Israel gegen Gott, ihrem Herrn, so dass Josua gegen viele Stadtstaaten siegreich blieb, nur Städte wie Jerusalem, Gezer, Taanach, Megiddo und Dorver konnte er nicht vernichten und zog ab, weil sich unerklärlicherweise Eloah aus einigen Kämpfen heraushielt ohne das zu begründen. Dennoch war Josua im Auftrage seines Herrn zur „Tötungsmaschine“ geworden, nichts an fremden Leben, was nicht israelisch war, verblieb in Kanaan. Für Eloah war das rechtens, glaubten doch die von Josua gänzlich vernichteten Völker an tote Götzenbilder und waren imstande, sogar ihre Kinder diesen steinernen Göttern wie Moloch gar grausam im Feuer zu opfern, nachdem sie vorher im „Sinne ihrer Götter“ sexuell misshandelt wurden. Das war auch eine klare Rechtfertigung für das kriegerische Volk von Josua ebenso grausam agierend von Sieg zu Sieg zu eilen, um dem Bund seines Urvaters Abraham und Eloah gerecht und dienlich zu sein. Immer dabei war Gottes Bundeslade bei Eroberungen und häufig ergingen aus dieser Lade jene Kräfte, die allen Kriegern unerklärlich erschienen, aber stets ein schnelles Siegen ermöglichten. Diese Kräfte konnten nur durch Gott selbst gesteuert sein, ähnlich wie es bei anderen Elohim auch geschah, um jeden kämpferischen Willen eines beschützten Volkes zu stärken. Kurz nach der letzten Eroberung von Tirza durch Josua gebot Eloah Einhalt. Den König von Tirza, Usam, richtete Josua zwar mit dem Schwert, indem er diesem den Schädel spaltete, jedoch verschonte er auf Geheiß seines Herrn die Bevölkerung, tötete nur die kriegerische Leibgarde Usams. In der Nähe von Tirza lag die Stätte von Sichem, unweit davon stand einst eine alte Eiche auf einem kleineren Hügel, wo vor langer Zeit Abraham weilte, als er durch Kanaan zog. Da an dieser Stelle sprach ihn Eloah durch den virtuellen Engel Gabriel an, selbiger Krieger, welcher nun als Jachdo in Menschengestalt zuerst Moses und nun Josua begleitete. Hier habe dann Gott allen Nachkommen Abrahams den Landbesitz Kanaans zugesagt, worauf dieser seinem Herrn einen Altar baute. Josua war das bekannt, so gehorchte er dem Willen seines Herrn durch die Worte des Herrn über Jachdo wiedergegeben. Er kniete nieder und erinnerte sich an den Bau des Altars für Eloah bei Anbeginn seiner Vernichtungskämpfe in dem gelobten Land Kanaan. Josua hatte das ganze Land eingenommen, so wie es Gott einst Moses prophezeit hatte. Josua verteilte das Land nach einer Aufstellung auf einer Liste sorgfältig als Erbbesitz an Israel entsprechend Stammeseinteilung und der Vorgabe von Eloah. So war der Krieg zu Ende und das Land hatte Ruhe. Durch Jachdo ließ Eloah übermitteln, dass hier noch viel Land verbliebe, das in Besitz zu nehmen sei. Josua lauschte den Anweisungen und ahnte, dass das Reich noch viel, viel größer werden solle. Als Jachdo plötzlich mit den Weisungen des Herrn zu stocken begann, erhob sich Josua erschrocken. Jachdo und vier seiner besten Krieger standen sofort an der Seite neben ihm, ihre runden Schilder vor Josua haltend, in ihren Händen umklammerten sie fest die Griffe ihrer Schwerter. Der fast nackte Körper Lucifers war wie aus dem Nichts vor dem Altar Gottes erschienen, begleitet von drei seiner gefallenen Engel, die namentlich nur Jachdo kannte. Josua konnte seinen ersten, vor ihm stehenden Krieger nicht zurückhalten. Dieser sah das mächtige, scheinbar von Blut getränkte und tiefrot leuchtende Schwert Lucifers und versuchte seinen Heerführer Josua zu schützen und führte einen Hieb gegen Lucifer aus. Es kostete ihm das Leben, weil …
ENDE DER LESEPROBE Fortsetzung im Buch: DIE SAGE ELOAH – Ich bin, der ich bin! © 2025 Ana Alon – zur freien Veröffentlichung zugelassen