Ein Horrorpseudonym namens BETTY

Dass sich hinter dem eigentlich leicht sympathischen, weiblichen Vornamen Betty ein Schatten des Horrors verbarg, wussten nur gewisse Insider und Leser einiger Regionalzeitschriften im hohen Norden Niedersachsens und Hamburgs, wenn sie die Geschichten von „Betty“ als einen Fortsetzungsroman im Feuilleton lasen und kaum über den 3. Teil hinwegkamen. Zum Glück waren „Bettys Werke“ einfach nur Kurzgeschichten, also kaum länger als 3 bis 4 Kapitel als Fortsetzungen in den regionalen Tageszeitungen. Die ersten Werke waren gruselig, aber locker, sie waren etwas schockierend, aber durchaus erträglich.

Jedoch nicht so bei Betty letztem Werk „Besuche ohne Wiederkehr“. Eine etwas längere Story der weiblichen Autorin unter dem Betty-Pseudonym. Diesmal gab’s nach dem 1. und 2. Kapitel eine dicke Schelte einiger Leser, insbesondere von der weiblichen Leserschaft, aber auch aus dem Bereich der Lehrerschaft, die eine Kindergefährdung zu erkennen glaubten. Zwei der vier Regionalzeitungen schlossen die Geschichten im Feuiletton sofort mit entsprechender Reue als Entschuldigung, worauf sich Betty schmollend zurückzog.

Als die anderen Regionalblätter folgten, verschwand Betty als Autorin von der Regionalbühne, sehr zum Verdruss einiger Leser, die den „eingemachten“, literarisch zum Teil nach ihrer Meinung gar nicht so schlecht verfassten Horrortext regelrecht verschlungen hatten. Dutzendweise erreichten Schreiben die Redaktionen, wo denn das Buch „Besuche ohne Wiederkehr“ zu erwerben wäre? Nein, - nichts da! Bettys spannende Horrorgeschichten über die Besucher von Verehrern einer offensichtlich neurologisch geschädigten, jungen Frau gibt es nicht im Handel. So konnte niemand die letzten 2 Fortsetzungen nebst Ende verfolgen, da die Feuilletonrubriken diese nicht mehr von Betty bekamen. Und da Betty im Dunklen verblieb, waren auch die interessierten Verlage im Hintertreffen, die sich nach den öffentlichen Aufregungen um die Geschichte zu bemühen versuchten.

Die Autorenquelle hat über Janine Atzert eine dieser von „Betty“ veröffentlichten Fortsetzungen besorgt und hier unter dem Menü 'Leseprobe' vorgestellt. Aber bitte: Lesen auf eigene Verantwortung!

Den Bericht schrieb Holger Jungk